Meine Vision für Langenthal
Langenthal ist gut aufgestellt, steht aber vor grossen Herausforderungen. Mit Mut und Kreativität können wir diese angehen. Lassen Sie uns die Stadt weiterentwickeln

Die Verwaltung hat den Bürgerinnen und Bürgern zu dienen, nicht umgekehrt! Schnelle und zunehmend auch digitale Verfahren sind ein wichtiger Standortvorteil einer Gemeinde und ermöglichen Wirtschaftswachstum. Wo Ermessensspielräume bestehen, müssen diese genutzt werden. Eine politische Führung hat die Aufgabe, Effizienz in der Verwaltung zu verlangen, die Mitarbeitenden in der Ausnutzung des Spielraums dann aber auch zu schützen. Gerne würde ich diese Verantwortung wahrnehmen.
Planungs- und Bewilligungsverfahren effizienter gestalten
Langenthal hat riesiges Potential, leider wird es nicht immer genutzt. Das Mühleareal oder auch das Markthallen-Areal sind brachliegende Perlen. Auch auf dem Porzi-Areal besteht noch viel Entwicklungspotential. Als Stadt-präsident möchte ich Arealentwicklungen fördern und aktiv mitgestalten – zusammen mit Privaten und nicht aus dem Elfenbeinturm. So kann die Stadt nachhaltig wachsen und sich weiterentwickeln. Das braucht auch den nötigen Mut. Wer sich engagiert, kann verlieren. Wer sich nicht engagiert, hat schon verloren.
Areale entwickeln!
Eine tiefe Steuerbelastung ist wichtig, damit Familien und Gewerbe mehr zum Leben bleibt. Eine attraktive Steueranlage verhindert Abwanderung und zieht gute Steuerzahlerinnen und Steuerzahler an. Mit der kantonalen Steuerstrategie sinkt, endlich, die zu hohe kantonale Steuerlast. Der Steuervergleich innerhalb der bernischen Gemeinden wird damit relativ wichtiger. Die Steuerbelastung in Langenthal mit 1,44 ist im innerkantonalen Vergleich sehr attraktiv, und das soll auch so bleiben.
Attraktive Steuerbelastung
In Langenthal stehen wichtige Projekte an: Sanierung und Erweiterung der Kindergärten, neue Schulräume, Eisstadion und vieles mehr. Um diese und weitere Investitionen/Vorhaben im geplanten Zeitraum bewältigen zu können, ist eine konsolidierte Finanzpolitik zwingend. Investitionen sind zu priorisieren und zeitlich verlässlich zu etappieren. Weniger kann damit auch mehr bedeuten. Eine verschlankte Investitionsplanung bietet Gewähr, dass die priorisierten Investitionen dann tatsächlich realisiert werden können.
Konsolidierte Finanzpolitik

Langenthal hat eine tolle, vielfältige Vereinslandschaft. Diese Vielfalt und die freiwillig tätigen Menschen sind das Rückgrat einer lebendigen Stadtkultur. Der Stadt kommt dabei als Bewilligungsbehörde und Eigentümerin von Anlagen in erster Linie die Funktion zu, Engagement unbürokratisch zu ermöglichen. Wir müssen aber auch ehrlich sein. Als Sportstadt braucht Langenthal Sportanlagen, und ja: Zu Langenthal gehört auch ein Eisstadion. Ich unterstütze deshalb auch die Sanierung und Erweiterung der Eishalle für den Breiten- und Spitzensport. Wichtig ist dabei eine verantwortbare Belastung der Stadt und eine Mitbeteiligung privater Nutzer (SC Langenthal AG, Curling Club).
Kultur und Sport – Freiwilligkeit ermöglicht Vielfalt
Die Zukunft in der Energie ist erneuerbar. Ich unterstütze die Förderung erneuerbarer Energien (Solarenergie, Wärme-Energie etc.). Auch hier gilt: Die Stadt muss ermöglichen. Die Energiewende gelingt nur mit Freiwilligkeit, staatliche Bevormundung ist der falsche Weg. Solaranlagen dürfen z.B. auch auf erhaltenswerten Bauten kein Tabu sein. Wichtig ist stets die Perspektive der Umsetzbarkeit. Als Vorstandsmitglied des Berner Elektrizitätsverbands weiss ich, dass ein funktionierender Solar-Zubau auch die nötigen Kapazitäten im vorgelagerten Netz braucht. Gerade vor kurzem hat Langenthal ein Reglement verabschiedet, das u.a. Anschlüsse an Wärmeverbünde mit Beiträgen unterstützt. Zusammen mit Reto Müller und Michael Schär habe ich das Reglement erarbeitet und dann auch im Parlament erfolgreich vertreten – eine überparteiliche Lösung für Nachhaltigkeit durch Tatbeweis.
Energie und Umwelt – nachhaltig, aber umsetzbar
Gute politische Lösungen bedingen einen frühzeitigen Einbezug der Bevölkerung und politischer Gremien. Die Stadt darf nicht im Elfenbeinturm planen, sonst riskieren wir Schiffbruch in Volksabstimmungen. Der Dialog zwischen Stadtrat und Gemeinderat, aber auch zwischen den politischen Behörden und der Bevölkerung sollte intensiviert werden. Zu oft beschäftigen sich Gremien heute mit sich selbst.
Im Dialog, zäme für Langenthal
Langenthal ist als Standort des Spitals und des Alterszentrums Haslibrunnen sowie des Lindenhofs gut aufgestellt. Aufgrund des demographischen Wandels wird es künftig noch wichtiger, dass Langenthal auch für Menschen im Alter attraktiv ist. Die Stadt hat in ihren verschiedenen Funktionen (Eigner, Vertragspartner, Standortgemeinde) für gute Rahmenbedingungen zu sorgen, aber ebenso gegenüber dem Kanton die Interessen für eine gute, umfassende Versorgung aktiv wahrzunehmen. Zu einer guten Gesundheitsversorgung gehören nebst dem Spital auch Hausarztpraxen, Apotheken und Spitexdienstleistungen. Die heutige Unterversorgung mit hausärztlichen Dienstleistungen ist ein Problem im Oberaargau.
Gesundheit und Alter

Sozial, aber dank Anreizen
Langenthal verfügt über ein breites Angebot an sozialen Einrichtungen, nicht nur staatliche. Gerade private Organisationen wie Stiftungen oder Vereinigungen (z.B. Seniorebrügg) leisten herausragende Arbeit. Die öffentliche Hand muss nur dort eingreifen, wo es an privater Initiative mangelt. Das Sozialhilfegesetz bietet Instrumente zur Förderung (z.B. Integrationszulagen, Einkommensfreibeträge), aber auch zur Durchsetzung von Pflichten (z.B. Kürzung oder Einstellung von Ansprüchen bei Verletzung von Mitwirkungspflichten). Diese Instrumente sind konsequent zu nutzen.
Bildung als Grundlage für Wirtschaft und Gesellschaft
Für Langenthaler Familien ist eine gute Bildung zentral. Dazu gehören sowohl qualifizierte, motivierte Lehrpersonen als auch gute Infrastrukturen. Schulische Bildung ersetzt die elterliche Erziehungsverantwortung nicht, sondern baut darauf auf. Langenthal investiert in den kommenden Jahren viel für die Bildung: Sanierung und Erweiterung von Kindergärten und Tagesschulen, neue Schulraumbauten etc. Langenthal ist zudem als Gymnasiums- und Berufsschulstandort attraktiv. Gerade unser Berufsbildungssystem ist ein Trumpf der Schweiz und auch für Langenthal sehr wichtig.
Langenthal hat mit dem Kanton einen Ressourcenvertrag abgeschlossen, der für uns eine sichtbare Polizeipräsenz gewährleistet. Das ist richtig so. Sicherheit ist ein Recht, kein Privileg! Auf unseren Strassen und Plätzen wollen wir uns sicher fühlen. Vandalismus dürfen wir nicht dulden, erst recht nicht Gewalt oder andere Formen von schwerer Kriminalität. Für unsere öffentliche Sicherheit sehr wichtig ist auch der Sonderstützpunkt der Feuerwehr in Langenthal. Die Stadt ist gefordert, miliztaugliche Rahmenbedingungen und eine gute Infrastruktur für unsere Feuerwehr zu gewährleisten – heute und morgen. Dank bewährter Zusammenarbeit mit Oberaargauer Gemeinden verfügen wir überdies auch über gut eingespielte dezentrale Strukturen beim Bevölkerungs- und Zivilschutz, diese gilt es zu erhalten.
Für ein sicheres Langenthal
Ich setze mich ein für ein Langenthal mit attraktiven Rahmenbedingungen für Familien und Gewerbe und für ein Langenthal, das auch eine Vereinbarkeit von Beruf und Familie ermöglicht (mit Tagesschulen, Betreuungsgutscheinen etc.). Ich stehe ein für ein Langenthal, das Heimat und Tradition bietet; für ein Langenthal, wo sich Leistung und Verantwortungsbereitschaft lohnen. Eine Gesellschaft als Ganzes hält nur zusammen, wenn die Menschen ihrerseits Verantwortung übernehmen. Einsatzwille dürfen wir also erwarten: In der Wirtschaft und Gesellschaft, in der Politik, und auch von den Schülerinnen und Schülern etc.. Das gleiche gilt bei der Einbürgerung: Nur wer integriert ist (insb. Bereitschaft zur Teilnahme am Wirtschaftsleben bzw. am Erwerb von Bildung, gute Sprachkenntnisse, Kenntnisse unseres Landes), soll eingebürgert werden.
Für ein Langenthal, wo sich Leistung lohnt
Langenthal ist eine Gemeinde mit Zentrumsfunktion. Das gilt wirtschaftlich, aber auch politisch und gesellschaftlich. Viele Herausforderungen (z.B. regionale Verkehrsplanung, regionale Siedlungsplanung etc.) lassen sich heute nur noch gemeindeübergreifend lösen. Die Zusammenarbeit zwischen den einzelnen Gemeinden mit Autonomie wird künftig noch zunehmen (z.B. Zusammenarbeit AHV-Zweigstellen). Langenthal soll dabei als verlässliche Partnerin und nicht «von oben herab» auftreten.
Langenthal, ein regionales Zentrum
Mobilität ist eine Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche Wirtschaft. Mit dem Hauptbahnhof, dem Bahnhof Süd und dem vom Volk gutgeheissenen Autobahnzubringer verfügt Langenthal über eine sehr gute Erschliessung. Jede Form der Mobilität (Automobilverkehr, ÖV, Veloverkehr, Fussverkehr) hat ihre Wichtigkeit und Berechtigung, ich lehne ein ideologisches Gegeneinander-Ausspielen dezidiert ab. Konkret: Das Stadtzentrum muss z.B. für den Fuss- und Veloverkehr attraktiv sein. Es wäre aber falsch, den Automobilverkehr aus dem Stadtzentrum zu verbannen oder mit baulichen Massnahmen zu schikanieren. Zu einem attraktiven Stadtzentrum gehören auch ausreichend öffentliche Parkplätze (ggf. vermehrt unterirdisch gestaltet im Rahmen der baulichen Verdichtung). Das ÖV-Netz in Langenthal ist gut ausgebaut, für punktuelle Erweiterungen bei anerkanntem Bedarf kann und soll sich Langenthal auch im Rahmen regionaler Gremien einsetzen. Bauliche Massnahmen zur Erneuerung und Erweiterung der Infrastruktur in Langenthal (z.B. Strassen), auch wenn mit Bundes- und Kantonsgeldern mitfinanziert, müssen zeitlich so geplant und ausgeführt werden, dass stets ausreichend Verkehrsachsen zur Verfügung stehen und eine finanzielle Tragbarkeit sichergestellt ist.
Mobilität – Auf gutem Weg in die Zukunft, ohne Ideologie

